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Was der Vertrieb von der Gastronomie lernen kann

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Verfasst von
admin@finoptima.ch
Date Released
November 13, 2025
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Wenn ich Schulungen in der Gastronomiebranche leite, frage ich oft:
„Was macht für Sie einen wirklich guten Service aus?“
Die Antworten kommen sofort:
Aufmerksamkeit. Herzlichkeit. Timing. Ein gutes Gespür für den Moment und für den Menschen.

Das Erstaunliche ist, dass ich bei Verkaufstrainings – ob in der Finanzwelt, im Einzelhandel oder in der Automobilbranche – genau dieselben Antworten höre.

Und doch verhalten sich viele Vertriebsorganisationen, als sei Kundenkontakt ein technischer Prozess, eine Pipeline, ein Tool-Thema oder ein KPI-Spiel.

Aber man kann vom (gehobenen) Gastgewerbe sehr viel über den Verkauf lernen.
Denn dort wird nicht verkauft – dort wird erlebt.

Einige Lektionen, die ich immer wieder mitnehme:

  1. Nicht alle Gäste sind gleich – und nicht alle Kunden auch.
    Wer ein Menü empfiehlt, das zur eigenen Stimmung und zum eigenen Geschmack passt, verkauft nicht – er inspiriert.
    Im Vertrieb bedeutet das: Standard-Pitches sind Vergangenheit. Heute zählen situatives Denken und Handeln.

  2. Timing ist alles.
    Wer zu früh fragt, stört. Wer zu spät kommt, verliert.
    In der Gastronomie wird Timing sichtbar trainiert, im Vertrieb hingegen (leider zu) oft vernachlässigt.

  3. Der Ton macht den Unterschied.
    Gute Servicekräfte sprechen nicht nur mit Worten, sondern auch mit Blicken, Haltung und Tempo.
    Wer das im Kundengespräch beherrscht, schafft Vertrauen, noch bevor das erste Argument fällt.

  4. Aufmerksamkeit ist keine Ressource, sondern eine Haltung.
    Der gute Kellner erinnert sich an den Wein vom letzten Mal.
    Der gute Verkäufer erinnert sich an das Gespräch vor drei Monaten.
    Beides wirkt tief.

  5. Der Moment zählt – nicht nur der Abschluss.
    Gäste kommen zurück, wenn sie sich gesehen fühlen. Kunden auch.
    Die Absicht darf nicht sein: „Ich will etwas verkaufen.“
    Sondern: „Ich will etwas bewirken.“

Ich bin überzeugt:
Wer Servicekultur und Service-Exzellenz verstanden hat, wird automatisch ein besserer Verkäufer.
Nicht, weil er mehr redet, sondern weil er besser versteht, besser spürt und besser verbindet.

Und ehrlich gesagt: Ich habe viele gute Verkäufer kennengelernt und sie auf ihrem Weg begleitet.
Aber die herausragenden unter ihnen hatten fast immer einen Hintergrund in der gehobenen Gastronomie oder Hotellerie.

Darum lautet mein Fazit:
Die Zukunft des Verkaufs gehört nicht den Lauten, sondern denen, die feinfühlig beobachten, mitdenken und sich ehrlich für Menschen interessieren.

Vielleicht braucht der Verkauf nicht mehr Tools, sondern mehr Herzlichkeit – echte Gastfreundschaft.

„Potentiale entfalten – Erfolge feiern.“

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