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Porsche stottert. Die gesamte Branche auch.

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Verfasst von
admin@finoptima.ch
Date Released
November 13, 2025
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Was wir derzeit erleben, ist keine Delle. Es ist ein strukturelles Beben.

Vor einem Monat schrieb ich hier über Porsches Strategiewechsel.
Damals war es eine Nachricht mit Signalwirkung. Heute ist es eine Realität mit Konsequenzen: Porsches Gewinn ist in den ersten drei Quartalen 2025 um 95,9 Prozent eingebrochen.
Das dritte Quartal endet sogar mit einem Verlust von rund einer Milliarde Euro. Die Verkäufe in China fielen um 26 Prozent, weltweit um sechs Prozent.
Der ehemalige Renditegarant des VW-Konzerns wankt – nicht wegen fehlender Technologie, sondern wegen mangelnder strategischer Klarheit.

Porsche setzte zunächst voll auf Elektro, dann erfolgte eine abrupte Kehrtwende.
Batteriefabriken gestrichen, neue Modelle verschoben, Milliarden vertagt.
Anstatt Fortschritt zu gestalten, wird er rückgängig gemacht. Die Rechnung folgt prompt – finanziell und reputativ.

Was wir hier sehen, ist mehr als ein vorübergehendes Problem.
Es ist eine Lektion im Missverständnis von Strategie.

Denn Strategie bedeutet nicht:
– heute elektrisch, morgen wieder Benzin
– heute ESG, morgen „Back to Basics“
– heute Transformation, morgen Schadensbegrenzung

Strategie bedeutet:

  1. Klarheit im Ziel

  2. Konsequenz im Weg

  3. Flexibilität in der Zeit

In meinem Beitrag schrieb ich:
„Mutig ist es nicht, ständig die Richtung zu ändern. Mutig ist es, Kurs zu halten, Rückschläge auszuhalten und konsequent an der Zukunft zu arbeiten.“

Was Porsche jetzt erlebt, ist die Quittung für einen Zickzackkurs, der intern Ressourcen bindet und extern Vertrauen kostet.

Kurzfristig kann dieser Strategiewechsel den Absatz stabilisieren.
Kunden, die Elektromobilität skeptisch sehen, finden ihr Angebot. Händler atmen auf. Doch mittelfristig bleiben hohe Kosten, technische Brüche und Unsicherheit.
Und langfristig? An alternativen Antrieben führt kein Weg vorbei – getrieben durch Gesetzgebung, Technologie und die Erwartungen der nächsten Kundengeneration.

Die Lehre für Führungskräfte, weit über die Automobilindustrie hinaus:
Transformation verläuft nie geradlinig. Aber wer bei jedem Gegenwind umkehrt, verliert den Kompass.
Führung bedeutet, Wandel aktiv zu gestalten, ohne ständig die Grundrichtung infrage zu stellen.

Den Kunden interessieren keine ideologischen Zielbilder, sondern Nutzen, Zuverlässigkeit und Vertrauen.

Wenn jedoch eine Marke wie Porsche, die für technische Exzellenz und Markenstärke steht, plötzlich ihren Kurs verliert, droht der Motor der deutschen Wirtschaft abzusaufen.

Wer jetzt überleben will, braucht nicht mehr von allem, sondern weniger, aber besser:
Weniger Aktionismus, weniger Opportunismus. Stattdessen mehr echte Führung, mehr Marktnähe, mehr Konsequenz.

Strategie bedeutet nicht, den Rückwärtsgang einzulegen, sondern zu wissen, wofür man steht – und wofür nicht.

„Potentiale entfalten – Erfolge feiern.“

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