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Was bleibt übrig, wenn Klarheit fehlt?

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Verfasst von
admin@finoptima.ch
Date Released
November 11, 2025
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Eine Führung, die schweigt.

Was bleibt, wenn Klarheit fehlt?

Letzte Woche, in einer Schulung mit einem Team von Kundenberatern aus der Finanzbranche in Zug.

Wir befanden uns mitten in einer Übung zu Kundengesprächen, als einer der Berater plötzlich innehielt.

Er sagte leise, fast entschuldigend:

„Um ehrlich zu sein, ich weiß im Moment gar nicht, worauf wir eigentlich hinarbeiten. Die Führung hat seit Monaten nichts gesagt.“

Stille im Raum.
Kein Widerspruch.
Nur ein zustimmendes Nicken.

Es war einer dieser Momente, in denen man als Coach nicht mit Theorie antwortet.
Sondern zuhört.

Und man spürt, wie tief Verunsicherung gehen kann, wenn sie auf Schweigen trifft.

Denn genau das passiert oft in Zeiten von Veränderung, Umstrukturierung oder Strategieanpassung: Die Führung weiß selbst nicht genau, was als Nächstes passieren wird.

Und dann sagt sie einfach nichts.

Was passiert dann?

Die Mitarbeitenden beginnen zu interpretieren:

  • Sind wir auf dem richtigen Kurs?
  • Was soll ich dem Kunden sagen?
  • Wie lange geht das noch so weiter?
  • Und was, wenn wir bald überflüssig sind?

Wenn Führung schweigt, entsteht kein Raum für Vertrauen, sondern für Gerüchte, Rückzug und innere Kündigung.

Mitarbeitende erwarten keine perfekten Antworten.

Aber sie brauchen Kommunikation.

Selbst ein „Wir wissen es noch nicht, aber wir halten euch auf dem Laufenden, das verspreche ich“ gibt mehr Halt als verlegenes Schweigen.

Gerade im Vertrieb gilt:

Wer Orientierung geben soll, braucht selbst Orientierung.

Sonst wirkt das Verkaufs- oder Beratungsgespräch sprunghaft, defensiv und leer.

In den letzten Jahren habe ich viele Teams gesehen, die selbst die Führung übernommen haben – aus Eigenverantwortung, Zusammenhalt oder Überzeugung.

Aber das ist eher die Ausnahme.

Leider gilt die Regel:

Ohne Richtung keine Wirkung.

Führung bedeutet nicht, alles zu wissen.

Sondern präsent zu sein, sich zu zeigen und Stellung zu beziehen.

Und vor allem: offen zu kommunizieren.

Denn Schweigen ist nie neutral.

Es ist ein Zeichen.

Aber allzu oft das falsche.

Wer nicht kommuniziert, verliert. Zuerst das Vertrauen der Mitarbeitenden, dann das der Kunden.

Potenzial entfalten – Erfolg feiern.

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