Diese Tatsache ist Dir bestimmt auch schon aufgefallen: Du bewegst dich durch Schweizer Autohäuser und stellst schnell fest, dass viele der mitunter erfolgreichsten Verkaufsberater Namen tragen, die nicht typisch schweizerisch klingen. Sie sind Secondos, also Kinder von Einwanderern, meist der zweiten Generation (wie ich im übrigen auch). Aber warum sind sie gerade im Fahrzeugverkauf so stark vertreten?
Es ist kein Zufall. Es ist eine stille Erfolgsgeschichte und ein Lehrstück für Recruiting, Integration und Talentförderung.
Fünf Gründe, warum ich denke, dass Secondos im Verkauf brillieren:
Kulturelle Prägung:
Viele Secondos, z. Bsp. aus Italien, Balkan Staaten, Portugal oder der Türkei, wachsen in kommunikativen, temperamentvollen und oft unternehmerisch denkenden Familien auf. Wer zuhause lernt, wie man verhandelt, zuhört, einordnet und überzeugt, bringt ein wertvolles Grundrepertoire mit, unabhängig vom Schulabschluss.
Mehrsprachigkeit als echter Vorteil:
Deutsch, Italienisch, Französisch, Serbokroatisch, oft sprechen diese Talente mehrere Sprachen fliessend. In einem Land wie der Schweiz, wo Verkauf Vertrauen bedeutet, ist das nicht nur hilfreich, sondern es ist ein Wettbewerbsvorteil. Es schafft Nähe zum Kunden.
Verkauf als ehrbarer Aufstiegspfad:
Viele Secondos mussten oder wollten früh Verantwortung übernehmen. Der Verkauf bot eine greifbare Möglichkeit, wirtschaftlich voranzukommen, ohne Studium, aber mit Leistungswillen. Wer Kunden gewinnt, verdient gut. Wer Beziehungen pflegt, wird unverzichtbar. Der Verkauf ist, im besten Sinne, meritokratisch.
Persönlichkeit schlägt Papier:
In Bewerbungsgesprächen wirken sie oft direkter, klarer, lebensnaher. Sie wissen, wie man Menschen liest, weil sie selbst zwischen Kulturen und Kontexten vermittelt haben. Empathie, Schlagfertigkeit und Präsenz sind gelebte Erfahrung, kein Kapitel aus dem Lehrbuch.
Netzwerkeffekte:
Viele fanden über Freunde, Verwandte oder Bekannte in die Branche. Erfolg zog Kreise. Was heute wie Tradition wirkt, begann oft mit einem Einzelnen, der die Chance ergriff, und andere mitriss. Die gleiche Herkunft kann zudem Brücken bauen, Sympathien erzeugen und Vertrauen bilden.
Was Unternehmen daraus lernen können?
Diversität im Verkauf ist kein Modewort. Sie ist ein echter Erfolgsfaktor. Wer verstanden hat, dass kulturelle Vielfalt ein Asset ist, verkauft näher am Menschen. Und das ist am Ende das, was wirklich zählt.
Vielleicht liegt das wahre Verkaufstalent nicht im Lebenslauf, sondern in der Lebenserfahrung. Secondos zeigen uns jeden Tag, was möglich ist, wenn man Menschen nicht auf ihre Herkunft reduziert, sondern auf ihr Potenzial setzt.
Potentiale entfalten – Erfolge feiern.



